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Bayu von der Märkischen Heide

Bayu ist ein sehr ausgeglichener, souveräner, "charakterstarker" (dickköpfiger) und verschmuster  Shiba-Rüde, der seit seiner 9. Lebenswoche bei uns lebt.

Er versteht sich im Grunde auch mit (fast) allen anderen Hunden - wenn er ohne Leine ist :-)

Natürlich akzeptiert er es nicht ohne Weiteres, einem anderen Hund einen höheren Rang anzuerkennen - er ist eben ein Shiba! So hat er auch in unserem Mini-Rudel das alleinige Sagen.

 

Farbe:                        rot-sesam

Zuchtbuchnummer:    DHS 033010 Sp

Wurftag:                     08.10.2003

Chip-Nummer:            27 60 98 10 14 69 98 5

 

 

 

 

 

Eltern Großeltern Urgroßeltern

 

Mara-Shima Tyfoon

 

We-Sedso Ushiro No Junoku

black and tan

Vater:

Cabanterra Arctic Adventure

We-Sedso L’ Rebbie

gew. 07.10.2000

black and tan

43 cm

 

Mara-Shima Timo

Fujioka od Pulnocniho Slunce

black and tan

Pavlik’s Beppu Wan

 

Shiusky-Kennel’s Hya-Khu

 

Odin Silver Crescent

rot

Mutter:

Cherie vom Königlichen Spreeufer

Tessa von Böheimstein

gew. 03.01.2001

rot

35 cm

 

Qualdec du Domaine de la Sapiniere

Wolly van het Lusthof

rot-sesam

Irisa de Pontauri

 

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Bayus erstes Jahr 

(1.-9. Woche)  

Hallo zusammen,  

jetzt darf ich also auch mal was erzählen.  

Mhm, wo fange ich da am besten an? Also, ich wurde am 08.10.2003 geboren. Meine erste menschliche Pflegemama hat schon ganz sehnsüchtig auf uns gewartet, aber wir haben sie noch ein bisschen zappeln lassen. „Wir“ – das sind außer mir noch meine beiden Schwestern Baja und Bonny. Wir waren alle ganz propper und haben zwischen 205g und 254g (das war ich!) gewogen. Meine Mama Cherry hat sich ganz liebevoll um uns gekümmert.  

Als ich dann 2 Tage alt war (naja, ehrlich, ich hab davon ja noch gar nicht so viel mitbekommen) kamen 2 andere Menschen, die sich ganz doll für uns 3 interessiert haben. Meine Mama wollte ja zuerst nicht, dass sie näher kommen, aber dann hat sie von einem der beiden Zweibeiner ein Leckerchen bekommen und danach war sie etwas umgänglicher. Die beiden haben uns lange angeschaut und dann wurden wir ganz vorsichtig hochgenommen – hey, was soll das denn; ich will doch schlafen!!! Nun ja, wo ich schon mal wach war, hab ich mich auch gleich auf die Suche nach der Milchbar gemacht. Ich sag Euch, suuuper lecker! Ich hab meine Mama ganz schön doll lieb! Die Zweibeiner haben sich noch ne ganze Weile mit meiner Pflegemama unterhalten (aber fragt mich nicht, was die so gequasselt haben – ich versteh immer noch nicht viel von dem, was die Menschen so von sich geben). Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die mit dem Leckerchen begeistert von mir war. Naja, eigentlich ja auch klar, schließlich bin ich ja schon was ganz Besonderes! Ich bin dann ziemlich schnell wieder eingeschlafen und habe nicht mitbekommen, wann die beiden Zweibeiner wieder weggegangen sind. 

Die nächste Zeit bestand hauptsächlich aus schlafen, fressen, schlafen, fressen, schlafen… na, Ihr wisst schon! Ich bin dann auch ziemlich schnell gewachsen und nach 7 Tagen hatte sich mein Gewicht schon verdoppelt – sagte ich schon, dass ich meine Mama sehr lieb habe?! Die Milch von ihr ist einfach Spitze! Nach ungefähr 3 Wochen war ich dann so neugierig auf die Welt da draußen geworden, dass ich mich entschloss, doch auch mal die Augen aufzumachen. Ohhh, was gab es da nicht alles zu sehen! Also, ehrlich, wenn ich das eher gewusst hätte…!  

Wir haben auch wieder Besuch von den beiden Zweibeinern bekommen, die früher schon mal da waren. Jetzt konnte ich sie mir endlich auch mal anschauen – naja, eigentlich fand ich sie gleich von Anfang an sehr sympathisch. Ich durfte dann auch schon mal aus der Wurfkiste und auf dem Teppich einige Schritte wagen. Klasse, so konnte ich wenigstens richtig zeigen, dass ich schon laufen kann (zugegeben, jetzt geht das Laufen ja noch viel besser, aber damals war ich schon sehr stolz auf mich!). Meine beiden Schwestern wollten noch nicht so recht laufen – ich sag nur „Mädels“! Die beiden Besucher haben sich dann gemeinsam mit meiner Pflegemama vor die Wurfkiste gesetzt und Cappuccino getrunken. Ich sag Euch, Leute, das war wie im Zoo – nur füttern durften wir die 3 Menschen nicht. Irgendwie hatte ich wieder den Eindruck, dass ich mehrmals im Mittelpunkt ihres Gespräches stand. Der große Mann hat mich dann auch ganz intensiv angeschaut und noch mal auf den Arm genommen. Na endlich, so konnte ich mich wenigstens schön ankuscheln!  

Meine beiden Schwestern und ich erkundeten jetzt langsam die Umgebung. Richtig gemütlich! Und als wir noch ein bisschen älter waren, durften wir auch in die große, weite Welt. Heute weiß ich, dass das nur der Garten war und dass außerhalb des Gartens noch viel mehr übrig ist von der großen, weiten Welt. Aber das habe ich erst später gelernt. Zunächst war der Garten das Größte, was wir uns vorstellen konnten. Und was es da so alles zu entdecken gab: Bäume, Sträucher, Gras, große Steine… und gaaanz viele Blätter, die auf dem Boden lagen. Es war immer besonders lustig, wenn der Wind die Blätter weggeblasen hat. Dann konnten wir sie wieder einfangen! Ganz schön doof von meiner Pflegemama, dass sie die Blätter regelmäßig zusammengeharkt hat. Warum macht sie so was? Menschen sind manchmal komisch.  

Hab ich eigentlich schon erzählt, dass außer meinen beiden Schwestern und meiner Mama noch andere Hunde in Haus und Garten leben? Also, da wären noch meine große Schwester (die Menschen sagen, aus dem A-Wurf) Aika und ihre beiden Kleinen (die sind 8 Tage jünger als ich und als Großer musste ich ihnen natürlich immer alles zeigen) und die freche Lady. Das ist ein Satansbraten! Die denkt, weil sie 2 Wochen älter ist als ich, kann sie alles mit mir machen und mich umschmeißen und in mich reinbeißen. Okay, am Anfang war das auch so, aber dann bin ich noch schneller gewachsen und konnte mich schon richtig gut gegen Lady behaupten. Als sie gemerkt hat, dass sie nicht mehr alles mit uns machen kann, wurde sie ein bisschen verträglicher. Wir konnten dann prima miteinander spielen, durch den Garten toben und uns gegenseitig jagen. Das war immer sehr lustig. Und als dann auch noch die beiden Kleinen und Aika dazukamen, war das Chaos perfekt. Ein Gewusel im Garten – einfach toll! Wenn wir müde geworden sind, sind wir aber ganz brav jeder in seine Hundehütte gegangen (naja, nicht jeder in eine eigene, aber Mama und Baja und Bonny und ich in die eine, Lady in eine andere und Aika mit Cäsar und Chanel wieder in eine andere).  

Als ich dann noch ein bisschen älter war, sollte ich zum ersten Mal sehen, dass die Welt noch viiiiel größer ist als unser schöner Garten. Die beiden Zweibeiner waren wieder mal da (sie kamen auch vorher ab und an mal vorbei – manchmal auch nur die Frau mit den Leckerchen) und diesmal haben sie nicht nur im Garten mit uns gespielt. Ich wurde auf den Arm genommen und dann sind wir alle zusammen aus dem Garten gegangen und in ein komisches Ding eingestiegen – die Menschen nennen das Auto. Ich musste erst mal überall schnuppern. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie merkwürdig das alles gerochen hat. Aber eines ist sicher: ich war der erste Hund in diesem Dingens…ehm… Auto. Dann fing das Auto plötzlich an zu knurren. Naja, ich dachte zumindest, dass es knurrt. Aber nach ein paar Minuten habe ich gemerkt, dass das doch kein Knurren sein kann. Und weil mich die Frau so lieb gestreichelt hat, hab ich mich einfach zusammengerollt. Wir waren auch nicht lange in diesem Auto. Nach ungefähr 10 Minuten hörte das Wackeln und Brummen auf und wir sind wieder ausgestiegen. Nun stellt Euch mal meine Überraschung vor, als ich gesehen habe, dass der Garten weg war! Ehrlich, ich hab überall gesucht. Der war wirklich einfach weg! Dafür standen da noch andere Autos und es roch auch ganz anders als zuhause. Ich war zwar schon ein richtig großer Welpe, aber ein bisschen froh war ich doch, dass ich auf dem Arm bleiben konnte (aber verratet das keinem, sonst denken die noch, ich sei ein Angsthase).  

Wir sind dann in ein Haus gegangen und drinnen wurde ich erst mal in einen Hundekorb gesetzt. Ich legte mich hin und betrachtete mir das Ganze von hier aus. Nach einer Weile bin ich dann aber doch neugierig geworden und weil ich ja die beiden Menschen schon kannte und die immer sehr lieb zu mir waren, hab ich beschlossen, mal ein bisschen die Gegend zu erkunden. Aber zuerst blieb ich mal im Hundekorb sitzen und hab einen gaaanz langen Hals gemacht, um zu schnuppern. Und weil das alles sehr aufregend war, bin ich dann auch ziemlich schnell eingeschlafen. Nachdem ich wieder wach war und mir die Gegend noch ein bisschen genauer angeschaut habe, sind wir dann wieder losgegangen und ins Auto gestiegen. Wieder wackeln und brummen und nach ungefähr 10 Minuten wieder Ruhe. Als wir ausgestiegen sind, war ich schon wieder ganz doll überrascht: der Garten war plötzlich wieder da! Ich bin dann gleich wieder zu meiner Mama und meinen beiden Schwestern gerannt und die haben mich ganz neugierig beschnuppert – ich glaube, Mama wollte auch ganz sicher gehen, dass noch alles an mir dran war! Aber weil das Ganze so aufregend für mich war, bin ich gleich in die Hundhütte zum Schlafen verschwunden. Meinen Schwestern hab ich erst am nächsten Tag von den vielen Erlebnissen erzählt.  

Es gab jetzt ganz schön viel Abwechslung in unserem Leben: fressen, spielen, neue Sachen entdecken, schlafen, fressen, spielen… na Ihr wisst schon! Ich durfte noch ein paar Mal mit den beiden Menschen wegfahren und war dann auch gar nicht mehr so zurückhaltend. Die hatten auch ganz tolle Spielsachen für mich – und die musste ich nicht mal mit meinen Schwestern oder der frechen Lady teilen. Die waren nur für mich! Toll.

 

Einmal sind wir alle zusammen losgefahren. Alle zusammen heißt: meine Schwestern, meine Mama, meine Pflegemama, die Frau mit den Leckerchen und ich. Wir sind aber nicht in das andere Haus gefahren, sondern zum Tierarzt. Wisst Ihr, was das ist? Ich wusste das nicht. Aber es hat da ganz komisch nach vielen Tieren und nach Angst gerochen. Ich wusste gar nicht, wieso. Ich saß mit meinen Schwestern in einem Transportkäfig und wir haben uns gut unterhalten. Die Tierärztin hat schon auf uns gewartet. Sie war auch begeistert von uns – ich glaube, wir können die Menschen auch ganz schön verzaubern (vor allem, wenn wir sie anlachen). Die Tierärztin hat dann zuerst meine Mama untersucht und dann wurde ich aus dem Transportkäfig genommen. Sie setzten mich auf einem Metalltisch – der war ganz schön kalt an den Füßen. Ich hab dann lieber ganz still gehalten und mich untersuchen lassen. Das war eigentlich auch gar nicht so schlimm. Dann bekam ich noch einen Chip unter die Haut gespritzt – aber ich war ganz tapfer und habe nicht mal gequiekt (meine Schwestern übrigens auch nicht). Jetzt kann man mich überall eindeutig identifizieren (schwieriges Wort). Ich weiß zwar nicht, wozu das gut sein soll… schließlich bin ich ja sowieso einmalig (sooo weiße Füße hat doch sonst bestimmt keiner, oder?), aber die Menschen machen ja manchmal komische Sachen, die ich nicht immer verstehe.  

Ein paar Tage später kam die Frau mit den Leckerchen – inzwischen weiß ich, dass sie Uli heißt – wieder zu uns. Sie hat wie immer eine ganze Weile mit meiner Pflegemama geschwatzt. Ich glaube, die Menschenfrauen haben immer was zu erzählen. Dann hat sie mich mitgenommen. Diesmal hat sich meine Pflegemama ganz lieb von mir verabschiedet. Komisch, das hat sie sonst nicht gemacht. Was das wohl zu bedeuten hat? Na, was soll`s. Ich weiß ja schon, dass ich jetzt wieder zu den tollen Spielsachen darf. Das Autofahren finde ich nach wie vor nicht schlimm. Im Haus von Uli angekommen, meinte sie dann zu mir, dass das nun mein neues Zuhause sei – was auch immer das bedeutet, ich will spielen! Abends sind wir dann noch einmal eine Runde spazieren gegangen. Hier riecht es auch immer so schön nach anderen Hunden. Ich bin gespannt, ob ich mal einen von denen treffe. Nach dem Spaziergang sind wir dann aber nicht wieder zu meiner Mama gefahren, sondern dageblieben. Als Uli dann ins Bett gegangen ist (und ich nicht mit rein durfte – ich musste vor dem Bett liegen bleiben), hab ich meine Mama und meine Schwestern doch ganz schön doll vermisst. Uli hat noch einen kleinen Augenblick mit mir erzählt und dann war Ruhe. Ich wollte erst noch ein bisschen Krach machen, aber weil es ringsum so leise war, bin ich auch eingeschlafen.  

Uli und Ulf (das ist der große, nette Mann) waren am nächsten Morgen ganz überrascht, weil ich sie in der Nacht nicht geweckt habe. Erst früh musste ich wieder raus. Ich war also ganz artig (hihi, die Menschen werden sich noch wundern, was ich alles noch kann!). In den nächsten Tagen habe ich dann begriffen, was Uli meinte, als sie von meinem neuen Zuhause sprach. Ich bin jetzt also bei Uli und Ulf eingezogen. Nun ja, das ist eigentlich auch okay, denn die beiden sind richtig nett! Und keine Bange, ich werd die beiden schon erziehen. 

Bei einem Spaziergang hab ich dann auch Bekanntschaft schließen dürfen mit einem Nachbarshund. Er heißt Haydn und ist ein Colli-Mix. Und er ist ziemlich groß! Aber er war ganz vorsichtig und hat mich fast zärtlich begrüßt. Beim nächsten Treffen wollte Haydn dann mit mir toben, aber das war doch noch nichts für mich – der hat aber auch verdammt lange Beine! Naja, was soll ich Euch sagen, als wir uns wieder begegnet sind, hab ich keine so große Angst mehr vor Haydn gehabt und hab angefangen zu spielen. Die Menschen waren überrascht und sehr erfreut! Inzwischen ist Haydn mein bester Kumpel und ich schau bei jedem Spaziergang nach, ob er nicht vielleicht draußen ist. Und wenn wir uns treffen, dann geht so richtig die Post ab! Haydn ist ein klasse Typ!  

Ich war auch schon mit Kama spazieren. Sie ist fast genauso groß wie meine Mama, hat aber langes Fell und ist fast ganz schwarz. Sie ist ein Tibet-Terrier und eigentlich ist sie auch ganz lieb. Sie will nur nicht immer spielen – ziert sich manchmal ein bisschen. Aber schließlich bekomme ich sie doch dahin, wo ich sie haben will! Mir kann halt keiner widerstehen.  

Eines muss ich Euch noch schnell erzählen: seht Ihr beim Spazierengehen auch manchmal diese ollen Autos ziemlich nah an Euch vorbeifahren? Also ich muss schon sagen, dass ich das nicht so toll finde. Drinsitzen ist ja kein Problem, aber wenn die so schnell an mir vorbeifahren, leg ich mich lieber ganz flach auf den Boden und warte, bis die vorbei sind. Uli sagt zwar immer, dass die mir nichts tun, aber ein bisschen suspekt sind die mir schon. Wenn wir eine Weile auf dem Fußweg gelaufen und ein paar Autos vorbeigefahren sind, trau ich mich auch schon, mich nur hinzusetzen und zu warten, bis die weg sind. Bestimmt gewöhn ich mich da auch noch dran. Uli hilft mir da wirklich sehr. Aber trotzdem: im Wald ist es viel schöner!

Gestern hatten wir Besuch von einer lieben Nachbarin mit ihrem kleinen Menschen-Welpen. Karl ist schon 3 Jahre alt, aber ich glaube, die Menschen bleiben viel länger Welpen als wir. Aber der Karl war schon prima. Ich hab mit ihm gespielt und er hatte gar keine Angst vor mir. Ich mag ihn sehr (naja, das liegt auch daran, dass er mir so leckere Hundekekse gegeben hat).

Ihr seht also, das Leben ist auch ohne meine Schwestern und ohne Mama recht spannend und ich vermisse sie nur noch sehr selten. Aber Uli hat gesagt, dass wir morgen wieder zu meiner ersten Pflegemama fahren und dann sehe ich zumindest Bonny, meine Mama, Aika und die Kleinen und die freche Lady wieder. Meine Schwester Baja ist auch schon umgezogen und hat es hoffentlich sehr, sehr gut.  

Sooo, jetzt hab ich aber genug erzählt. Ich muss jetzt erst mal wieder spielen und dann ein bisschen schlafen. Ich melde mich aber demnächst mal wieder und dann kann ich bestimmt viele neue Dinge erzählen!

 

Macht`s gut bis zum nächsten Mal.

Euer Bayu – ziemlich erschöpft vom vielen erzählen 

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(10.-15. Woche)  

Heute melde ich mich mal wieder zu Wort. Es gibt so viel zu erzählen!  

Inzwischen bin ich schon ein richtig großer Shiba-Welpe. Uli hat mal versucht, mich zu messen – ich hab’s ihr natürlich nicht so einfach gemacht und habe nie lange genug still gehalten. Aber irgendwie hat sie mich dann doch ausgetrickst und nun behauptet sie, ich sei schon 30 cm hoch. Wenn man bedenkt, dass ich mal auf einer Menschenhand Platz hatte… ! In den letzten Wochen habe ich auch schon ganz viel dazu gelernt. Ich höre jetzt schon auf „Sitz“ und manchmal auf „Platz“. Naja, wenn draußen etwas gar so interessant riecht, dann leg ich mich doch nicht hin. Also ehrlich, das würde doch keiner machen, oder? Wenn Uli einen Ball wegwirft, dann flitze ich immer ganz schnell hinterher und hol ihn mir. Und weil das so einen riesen Spaß macht, bring ich ihr den Ball auch wieder, damit sie nochmal werfen kann. Draußen im Wald nehmen wir auch gern Stöcker. Aber die bring ich nicht immer zurück. Manchmal zerkaue ich die auch in ganz winzig kleine Teile – nicht, dass nachher noch ein anderer Hund damit spielt!   

Beim Spazierengehen hab ich mich jetzt auch schon prima an die Leine gewöhnt und ich ziehe nicht mehr so sehr. Auch die Autos stören mich nicht mehr (ich hatte ja erzählt, dass die mich im Dunkeln immer erschreckt haben) – Pippikram, ich bin schließlich schon fast ganz groß! Aber trotzdem finde ich es im Wald immer viel schöner! Da kann ich nach Herzenslust rennen und toben. Und zu Schnuppern gibt es da eine ganze Menge! Leute, ich sag Euch, das macht tierischen Spaß! Aber das aller aller allerbeste hab ich noch nicht erzählt: Zu meinem Rudel gehören auch 2 junge Menschen, die ab und an mal bei uns sind (Uli hat gesagt, ich soll ganz lieb zu den beiden sein, denn das sind die Kinder von Ulf). Und einmal hatten die beiden einen richtigen Fußball mit beim Waldspaziergang. Ich war begeistert! Der große Ball wurde nach vorn geschossen und ich bin hinterher geflitzt, dann über den Ball drüber oder rundherum und dann hab ich ihn mit der Schnauze angehalten oder in eine andere Richtung geschubst. Die anderen aus meinem Rudel haben immerzu gelacht – ich versteh gar nicht, wieso. Ich bin doch ein toller Fußball-Spieler!  

Ich gehe auch schon seit 3 Wochen zur Schule. Das ist echt lustig. Da sind noch andere Welpen, manche sind ganz schön groß und andere noch kleiner als ich. 2x in der Woche gehen wir dahin: mittwochs ist immer nur Welpenspiel und samstags lernen wir dann auch verschiedene Sachen. Wir müssen uns überall anfassen lassen – auch mal von fremden Menschen (das mag ich ja nicht ganz so gern). Dann ist mal ein ganz komischer Vogel (nach der Schule hab ich zufällig gehört, wie Uli meinte, dass sei ein Bettlaken) über uns drüber geflogen. Einige von uns haben sich ein bisschen erschreckt, aber dann haben wir einfach weiter gespielt. Dann ist auch mal ein Beutel zu Boden gefallen, der ganz viel Krach gemacht hat. Wieder ein kurzer Schreck und dann war wieder alles in Ordnung. Ein bisschen merkwürdig fand ich es, als die Biene (das ist meine Lehrerin) meine Leine festgehalten hat und Uli einfach an den anderen Hunden vorbei weggelaufen ist. Da wurde ich ein klitzekleinwenig unruhig. Aber dann hat sich Uli zu mir umgedreht und mich gerufen und da gab’s kein Halten mehr: wie ein Blitz bin ich zu ihr gerast! Uli hat sich darüber sehr gefreut, denn es gab eine ganz dicke Streicheleinheit! Beim zweiten Mal hat die Biene mir dann ein Leckerchen vor die Nase gehalten. Also das roch schon unverschämt gut und ich bin nicht gleich zu Uli gelaufen, sondern hab erst mal versucht, das Leckerchen zu bekommen – aber die Biene hat nicht losgelassen und dann bin ich doch zu Uli gelaufen. Da hat sich Uli noch viel mehr gefreut, denn als Belohnung hab ich dann von ihr ein Leckerchen bekommen!  

Letzten Samstag waren wir mit den älteren Welpen zusammen in einem Cafè. Das war vielleicht ein Trubel! Zuerst durften wir ja im Garten toben. Und obwohl ich ja eigentlich auch schon ein ganz Großer bin, war ich froh, dass ich noch nicht zu der anderen Gruppe gehöre. Die Ärmsten mussten nämlich an der Leine bleiben, während wir spielen konnten. Schade fand ich ja, dass meine zwei besten Schul-Freundinnen Hannah und Effi auch an der Leine bleiben mussten. Aber ein bisschen habe ich mit den beiden doch gespielt! Im Cafè war es dann ziemlich eng – so viele Tische, Stühle, Menschen und Hunde in so einem kleinen Raum – das hatte ich noch nie erlebt! Als Uli und Ulf mal mit mir in einem Restaurant waren, gab es viel mehr Platz (und für mich eine große Wasserschüssel von der Kellnerin). Aber diesmal hatte ich kaum Platz. Zum Glück saß Hannah aber neben mir und so konnten wir beide auch im Cafè spielen. Aber irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. Langweilig war es, weil die Menschen ganz viele Sachen gefragt haben und dann wurden diese Fragen alle beantwortet. Und was für eine Gemeinheit: die Menschen haben alle Kuchen gegessen und wir haben nichts davon abbekommen! Na wenigstens hab ich ab und an von Uli mal ein Leckerchen bekommen. Ich hab Uli schon ganz schön doll lieb!!! Auch, wenn ich immer erst mal „Sitz“ oder „Platz“ oder sowas machen muss, bevor ich ein Leckerchen bekomme…  

Ich durfte Uli auch schon ein paar Mal mit auf Arbeit begleiten. In ihrem Büro sitzt noch eine andere Frau, die auch sehr, sehr nett ist. Und wenn ich da war, kamen die Kollegen auch immer vorbei, um mir „Guten Tag“ zu sagen. Na, mal ehrlich: die hätten lieber jeder ein Leckerchen mitbringen sollen! Aber Uli hätte bestimmt nicht erlaubt, dass ich das dann fresse. Da ist sie sehr streng und sie mag es überhaupt nicht, wenn mir jemand anders ein Leckerchen gibt. Das dürfen eigentlich nur die Menschen aus meinem Rudel. Sonst war es im Büro eigentlich ganz okay. Uli hatte ein Spielzeug für mich mit (leider nicht meinen Quietsch-Vogel – ich versteh gar nicht, wieso nicht) und Futter und Wasser gab’s natürlich auch. Ich war auch ganz lieb und hab Uli arbeiten lassen. Das ist mir nicht so sehr schwer gefallen, weil ich ziemlich viel geschlafen habe!  

Hab ich eigentlich schon erzählt, dass mich meine Schwester Bonny schon 2x besucht hat? Nein? Bonny wohnt immer noch bei meiner ersten Pflegemama. Ich versteh gar nicht, warum sie nicht auch in ein neues Zuhause kommt. Sie ist eine richtig süße Shiba-Maus (Ulf sagt sogar, dass sie schöner ist als ich, aber das kann ja nicht stimmen, oder?). Bonny hat nicht so viel Weiß wie ich, dafür aber das gleiche wunderschön kräftige Rot – nur ohne die schwarzen Spitzen zwischendurch. Ich hab ne wirklich hübsche Schwester! Und lieb ist die meistens auch. Okay, zuerst hat sie mich ganz schön in die Mangel genommen, aber als ich mich dann auf den Rücken gelegt hatte, wurde sie freundlich und wir beide haben ganz toll zusammen gespielt. Also ich hoffe ja, dass Bonny auch so liebe Menschen wie Uli und Ulf findet, die sie dann ganz doll lieb haben und mit ihr spielen und toben und sie streicheln und eben all die tollen Sachen machen, die Uli und Ulf auch mit mir machen!  

Jetzt hätt ich ja fast vergessen, Euch zu erzählen, was ich noch Seltsames erlebt habe. Also an einem Tag (ist schon wieder ein bisschen her)… da waren wir abends bei zwei anderen Menschen und bei ihrem Hund Charly eingeladen. Außer uns waren auch noch andere Menschen da (insgesamt 9). Während ich mit Charly gespielt habe und manchmal ihr Lieblingsspielzeug unter der Couch versteckt habe (sie passt da nicht drunter, ich schon!), haben die Menschen gegessen und erzählt. Sie haben verschiedene Dinge in so kleine Pfännchen gemacht und dann in so ein komisches Gerät geschoben – ich hab gehört, das heißt Raclette. Jedenfalls hat’s sehr lecker gerochen, aber wir haben wie immer nichts abbekommen. Irgendwann (es war schon dunkel draußen und ich hatte auch schon ein bisschen geschlafen), sind die Zweibeiner dann ganz aufgeregt geworden und haben angefangen, rückwärts zu zählen und dann haben sie sich umarmt und „Gesundes Neues Jahr“ gesagt! Aber so richtig seltsam wurde es erst, als wir dann rausgegangen sind. Da war plötzlich ganz schön viel Krach und dann sind auch immer so komische helle Dinger in den Himmel geflogen. Ganz weit oben (mir tat ja schon fast der Hals weh vom vielen nach oben schauen) sind die Dinger dann explodiert und es sah fast aus, als würde es lauter bunte Farbe regnen. Und geknallt hat das immer! Mann o Mann!!! Ich hatte ja erst ziemlich Angst (naja, da war ich ja auch noch ein paar Tage jünger und überhaupt… Ihr müsst das ja nicht weiter erzählen, ja?), aber bei Uli auf dem Arm (da war ich nämlich die ganze Zeit) war es dann doch nicht so schlimm. Nur der Geruch war schon ziemlich merkwürdig. Ich hab ja versucht, jedem Ding in den Himmel zu folgen, aber Leute, ich sag Euch, dass waren einfach zu viele! Ich hab’s wirklich versucht!!! Das war ganz schön anstrengend und ich bin dann auch bald wieder eingeschlafen.  

Wenn Ihr auch schon mal so komische Sachen erlebt habt, erzählt doch mal – ich bin auch ganz schön neugierig! So, jetzt will ich aber erst mal wieder eine Runde in den Wald gehen und mit den Stöckern spielen. Und wenn ich ganz großes Glück habe, dann treffe ich Haydn wieder. Ich erzähle ein andermal weiter. Versprochen!  

Seid bis dahin recht herzlich gegrüßt von Eurem Bayu! 

 

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(16.-20. Woche)  

Hallo zusammen,  

heute ist Sonntag und weil mein Herrchen gerade ganz konzentriert an einem Buch schreiben muss, ich aber nicht wirklich müde bin – hey, Leute, die Sonne scheint ! – melde ich mich eben mal wieder bei Euch. Ich habe so viel erlebt, dass ich gar nicht so genau weiß, wo ich anfangen soll.  

Ich habe letztens eine ziemlich lange Reise unternommen. Angefangen hat es damit, dass Uli und Ulf so komische Kästen geholt haben (Uli hat mir erzählt, dass die „Koffer“ heißen) und ein paar Sachen aus ihrem Schrank dort hinein gepackt haben. Ich wollte ja auch mit helfen, aber irgendwie war Uli dagegen – jedenfalls hat sie mich ganz schnell aus dem Schrank wieder rausgeholt. Ich wollt doch nur mal kucken… Naja, am nächsten Morgen sind wir dann wie immer zeitig aufgestanden und spazieren gegangen. Danach haben Uli und Ulf die Koffer genommen und den Transportkäfig. Ohhh Schreck, die wollen mich doch wohl nicht etwa schon wieder in dieses Ding sperren, wenn wir Auto fahren??? Das mag ich ja überhaupt nicht und das hatten die beiden eigentlich auch schon mal verstanden! Aber nein: Glück gehabt, ich durfte wie immer auf der Rücksitzbank liegen (natürlich ordentlich angeschnallt). Aber was soll dann der Käfig? Kommen da etwa die Koffer rein? Komisch, ich dachte, die laufen nicht von alleine weg! Nö, die Koffer wurden neben den Käfig gestellt. MENSCHEN!!! Soll die einer verstehen!!! Wir sind dann jedenfalls losgefahren – ich mag Autofahren – da kann man so herrlich vor sich hin schlummern und sich die schönsten Sachen vorstellen!  

Aber wir sind gar nicht so lange gefahren – nur bis zu meiner ersten Pflegemama. Aber ich durfte gar nicht aussteigen – voll doof! Statt dessen hat Uli den Cäsar in den Käfig gesetzt. Cäsar mag ich nicht so sehr – der sieht aus wie ein Bär aber wenn ich mit ihm spielen wollte, hat er immer gleich gequiekt – dabei habe ich ihm gar nichts getan. Dann ist er auch ganz zickig geworden… und jetzt sollte der auch noch mitfahren? Na, jedenfalls scheint Cäsar den Transportkäfig auch nicht so zu mögen. Er hat gleich wieder angefangen zu quieken – kann der denn nicht wenigstens bellen? Weil wir aber immer weiter gefahren sind, hat sich Cäsar dann doch damit abgefunden und sich auch schlafen gelegt. Ab und an hab ich mal über die Rückbank geschaut, ob er auch lieb ist – na, ist doch schließlich mein Auto!!! Wir sind ganz schön lange gefahren – fast 5 Stunden!  

Dann haben wir angehalten und Uli und Ulf sind ausgestiegen. Jetzt hab ich Cäsar erst mal die Meinung gesagt – spuckt der Kerl doch einfach sein Essen in mein Auto! Naja, okay, es ging ihm nicht so gut und ich hab ihm dann auch ganz lieb das Maul geleckt. Dann kamen die Zweibeiner mit einem anderen Mann wieder zurück und die Kofferraumklappe wurde aufgemacht. Cäsar durfte endlich aus seinem Käfig und ich musste im Auto bleiben. So eine Unverschämtheit! Aber ich musste nicht lange allein bleiben – ich durfte dann auch aussteigen und dann sind Uli, Ulf, der fremde Mann, Cäsar und ich spazieren gegangen. Das hat vielleicht toll gerochen – überall waren komische Tiere – Uli sagt, das waren Schafe und Kühe. Mir egal, jedenfalls waren die kleinen Kökel, die überall rumlagen, sehr lecker. Ich versteh gar nicht, warum Uli so das Gesicht verzogen hat. Hätt sie doch wenigstens mal kosten können, oder? Während wir spazieren gingen, sagte Uli zu Cäsar, dass er sich das alles ganz genau anschauen soll, denn das wäre jetzt sein neues Zuhause. Jetzt hab ich’s begriffen!!! Cäsar zieht hier ein! Mann, der hat’s aber auch gut getroffen. Ich freu mich für ihn (und ein bisschen freu ich mich auch, dass er nicht mit zurück kommt – ich hatte schon  Bedenken, dass ich mein tolles Zuhause mit ihm teilen müsste).  

Wir sind dann weiter gefahren und schließlich in einer netten Wohnung gelandet. Uli war so lieb und hat meine Lieblingshundematte mitgenommen, so dass ich mich gleich richtig heimisch fühlen konnte. Später am Abend kam dann Ulis Mama (ich hatte sie Weihnachten ja schon kennen gelernt). Aber weil sie so plötzlich in der Wohnung stand und auch noch ganz viele Taschen in der Hand hatte, hab ich sie erst mal angeknurrt! Muss ja schließlich aufpassen, oder etwa nicht?! Die Zweibeiner haben dann angefangen zu lachen und Uli hat zu mir gesagt, dass ich doch unmöglich ihre Mama anknurren kann, wo es doch ihre Wohnung sei. Na, ich hab mich dann ja auch gleich beruhigt und mich gefreut, weil ich von Ulis Mama gestreichelt wurde. Das war schon super, sag ich Euch!  

Die Nächte waren übrigens besonders toll – ich durfte endlich mit meinem Rudel in einem Zimmer schlafen – das gibt es ja Zuhause sonst nicht. Uli da, Ulf da, meine Lieblingsmatte da… was für ein tolles Hundeleben!!!  

Zur Hundeschule gehe ich auch immer noch sehr gern. Ich habe da eine neue Freundin, ne ganz schön freche Maus. Annie ist ein Jack Russel Terrier und mindestens genauso frech wie ich! Und sie hat einen Tag vor mir Geburtstag – das ist ein Zufall, oder? Aber leider sehe ich Annie jetzt immer nur noch mittwochs beim Welpenspiel. Ich gehe nämlich seit letzten Samstag schon in den „Großen Welpenkurs“. Da sind die Hunde alle ein bisschen älter (ich bin jetzt wieder einer der jüngsten), aber das macht mir gar nichts! Wir machen immer noch ganz viele tolle Sachen in der Welpenschule. Einmal haben wir gerade gespielt und dabei gar nicht so richtig mitbekommen, was passiert – jedenfalls sahen die Zweibeiner plötzlich ganz komisch aus. Die hatten Umhänge und falsche Haare und so seltsame dünne, zusätzliche Beine (Uli sagt, dass sind Gehhilfen)… aber wir haben uns ja nicht stören lassen. Und als wir dann auch noch Leckerchen bekamen, war die Welt wieder völlig in Ordnung.  

 

Dass ich schon ein ganz großer Hund bin, habe ich auch bewiesen, als Uli mit mir durch Berlin mit der S-Bahn gefahren ist. Wisst Ihr, dass ist so ähnlich wie ein Auto – nur viel länger mit viel mehr Menschen drinnen. Aber schön an der S-Bahn war, dass Uli nicht selbst fahren musste, sondern die ganze Zeit neben mir gesessen hat. Wir sind einmal fast ganz durch Berlin gefahren (von Mitte-West Richtung Osten bis aus der Stadt raus). Und es waren ziemlich viele Zweibeiner in der S-Bahn – Uli hatte am Anfang nicht mal einen Sitzplatz. Die meisten Leute haben mich angestarrt und einige haben mich dann gerufen „Ach, wie süüüüüüüüüß!“ „Ist das ein Fuchs?!“ „Schau mal, ein kleiner Husky!“ – naja, Uli hat dann denen, die nachgefragt haben, erklärt, dass ich kein Fuchs und kein Husky und auch kein Chow-Chow bin, sondern ein Shiba Inu – also ehrlich, ich finde, das sieht man doch, oder? Dann ist ein kleines Mädchen mit seiner Mama eingestiegen und die hat sich dann mit mir unterhalten. Sie hat mir von ihrem Hund erzählt, der Lieselotte heißt und Tischbeine zerkaut… so verging die S-Bahn-Fahrt ganz schnell!  

Ich hatte ja schon erzählt, dass Uli und ich manchmal gemeinsam arbeiten gehen. Das machen wir immer noch und ich bin dann auch immer ganz lieb! Einmal kam ein Kollege von Uli ins Büro und hat sich bestimmt 20 Minuten mit ihr unterhalten. Beim Rausgehen ist er dann fast über meinen Ball gestolpert und hat ganz verwundert gefragt, ob Uli denn jetzt Fußball spielen würde? Uli hat dann auf mich gezeigt und gesagt, dass das ja mein Ball sei (richtig so!). Da war der Kollege ganz überrascht, denn er hatte mich wirklich nicht mitbekommen, obwohl ich doch ganz in seiner Nähe zusammengerollt lag. Soooo lieb kann ich sein, wenn ich will! Aber ich will nicht immer – hihi, aber das verraten wir keinem, stimmt`s?

Euer Bayu 

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(5.-6. Monat)  

Hallo Ihr Lieben,  

da bin ich und ich habe wieder eine ganze Menge zu erzählen! Am Wochenende war ich mit Uli und Ulf in Berlin. Wir sind zu den Messehallen unterm Funkturm gefahren (hat Uli gesagt). Also ehrlich: zuerst fand ich die Gegend ja nicht so prima. Viel Beton, wenig Rasen, die ollen Autos… aber es waren da auch ganz viele andere Menschen und vor allem gaaanz viele Hunde! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie viele Hunde das waren! In der Zeitung stand heute, dass ca. 1600 Hunde allein am Sonntag bei der Internationalen Hundeausstellung waren. Und ich mittendrin – natürlich nur als Besucherhund. Wir sind in die verschiedenen Messehallen gegangen und haben uns die Hunde angeschaut. Naja, ehrlich gesagt haben wir uns – und da waren Uli und Ulf zum Glück meiner Meinung – am meisten für die Nordischen interessiert. Da waren auch andere Shibas. Einer kam sogar aus Japan! Und dann waren da noch andere, viel größere Shibas – dachte ich zumindest erst. Dann hat Uli mir erklärt, dass das Akitas seien. Aber die sahen schon ein bisschen aus wie unsere großen Brüder. Ich hatte viel Spaß mit einem großen Akita, der trotz Leine mit mir gespielt hat. Und wir wurden auch von vielen Leuten angesprochen, die wissen sollten, was für eine Rasse ich denn sei. Uli und Ulf haben geduldig alles erklärt und dann doch an die verschiedenen Züchter verwiesen, die auch dort waren. Wir haben auch die Pflegeeltern von Ojo getroffen. Ach, Ihr wisst noch gar nicht, wer Ojo ist? Ojo ist eine hübsche Shiba-Dame, die ich bisher aber nur von Bildern kenne. Eigentlich waren wir ja auf der Ausstellung verabredet, aber Ojo ist läufig und durfte deshalb nicht mitkommen. Aber Uli und Ulf haben sich mit Ojos Zweibeinern zu einem Spaziergang verabredet, bei dem ich sie endlich sehen kann. Ich freu mich schon!!!  

In einer Halle waren weniger Hunde, dafür aber ganz viele Stände mit Leckerchen, Hundefutter, Spielzeug und vielen anderen Sachen. Und weil ich ein so lieber Hund bin, hat mir Uli ein schönes silbernes Halsband gekauft. Außerdem hab ich einen neuen Ball bekommen und leckere Kauknochen. Das hat sich also wirklich gelohnt!!! Hinterher war ich aber ganz schön geschafft!  

Dann war am letzten Wochenende auch noch mein letzter Tag im Welpenkurs. Und Ihr glaubt gar nicht, was ich von meiner Hundetrainerin bekommen habe: eine URKUNDE!!!  

Mensch, bin ich vielleicht stolz! Uli hat mir vorgelesen, was drauf steht – und ich hab es jetzt schriftlich: ICH BIN EIN BRAVER HUND!!! Jawohl nämlich! Ein bisschen schade finde ich, dass ich jetzt gar nicht mehr all die anderen Hunde treffen kann. Zum Glück hat mich Uli aber schon ein bisschen getröstet und mir versprochen, dass ich meine beste Freundin Annie wiedersehen werde. Wir wollen demnächst wenigstens zur Spielstunde für die Großen (Halbwüchsige und Erwachsene) kleiner Rassen gehen. Das wird bestimmt auch lustig.  

Vor 6 Tagen musste ich zum Tierarzt. Uli meinte, dass sich die nette Frau Doktor doch mal meine Zähne anschauen soll. Ihr müsst nämlich wissen, dass ich bis dahin 5 tolle Reisszähne hatte. Ein Milchzahn war nicht von allein rausgefallen und die Frau Doktor meinte, der müsse aber dringend raus. Schade! Womit bitte schön soll ich denn dann vor den anderen angeben?! Also sind wir am nächsten Tag noch einmal hingefahren und dann bekam ich eine Spritze. Dann wurde mir ganz komisch und ich konnte meine Beine nicht mehr richtig bewegen. Uli war ganz lieb zu mir und hat mich die ganze Zeit gestreichelt, damit ich keine Angst bekomme. Hatte ich aber doch ein bisschen… dann gab`s noch eine zweite Spritze und ich bin endgültig eingeschlafen. Als ich die Augen wieder mühsam aufgemacht habe, war meine liebe Uli da. Sie hat mich dann auf den Arm genommen und ins Auto getragen. Dann müssen wir wohl gefahren sein, aber daran erinnere ich mich kaum. Ich bin wieder eingeschlafen. Als ich dann das nächste Mal aufgewacht bin, lag ich schon zuhause auf meiner Lieblingshundedecke. Aber ehrlich, ich war immer noch sooo müde – jetzt weiß ich wenigstens, was die Zweibeiner meinen, wenn sie von „hundemüde“ sprechen. Aber wisst Ihr, was die allergrößte Gemeinheit war?! Ich habe den ganzen Tag nichts zu essen bekommen! Das ist doch… also wirklich… Frechheit!!! Insgesamt muss sich das Ganze aber doch gelohnt haben, denn Uli ist sehr zufrieden (vor allem, als es mir am nächsten Tag wieder viel besser ging und ich zu allerlei Unsinn aufgelegt war). Und der Milchzahn ist weg!  

Es ist schon ein bisschen länger her, da bin ich mit Uli zu einer Arbeitskollegin gefahren. Die wohnt gemeinsam mit ihrem Mann und vor allem mit ihrem Hund Axel, der schon 9 Jahre alt ist, in einem großen Haus direkt am Wasser. Axel ist ein ganz Lustiger. Allerdings kam ich ihm wohl ein bisschen merkwürdig vor, jedenfalls ist er, als die Zweibeiner bei Kaffee und Kuchen am Tisch saßen und ich eigentlich mit ihm spielen wollte und ihm deshalb hinterher gelaufen bin, seinem Frauchen direkt auf den Schoß geklettert. Das sah zum Kaputtlachen komisch aus – so ein großer Hund… Später sind wir dann im Wald spazieren gewesen. Axel mag Stöcke auch sehr gern und ist immer hinterher gelaufen, wenn sein Herrchen einen geworfen hat. Manchmal hab ich ihm einen Stock geklaut. Naja, eigentlich hat Axel mir die Stöcke immer freiwillig gegeben. Bin ich denn wirklich schon so ein großer, schrecklicher, angsteinflößender Hund? Aber trotz allem: Axel ist ein ganz lieber Hund und der Besuch bei ihm war sehr schön. Nur einmal hat er mich angeknurrt – ich wollte ihm gerade einen Ball wegnehmen, den Uli als Geschenk mitgebracht hatte. Okay, ich hab es ja verstanden! Als wir abends wieder nach Hause gefahren sind, bin ich schon im Auto tief und fest eingeschlafen, weil ich so k.o. war.  

So, jetzt hab ich aber erst mal wieder genug berichtet. Ich hab keine Lust mehr und werd jetzt mal schauen, ob ich nicht Uli ein bisschen ärgern kann. Bis zum nächsten Mal dann. 

Euer Bayu   

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(7.-12. Monat)  

Klopf, klopf…noch jemand da? Ich habe mich ja jetzt schon eine ganze lange Zeit nicht gemeldet – entschuldigt bitte! Inzwischen ist sooo viel passiert, dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich anfangen soll.  

Es ist schon einige Zeit her, da musste ich mal wieder zum Tierarzt (seit der Zahn-OP weiß ich, was Uli meint, wenn sie von Tierarzt spricht!). Wieder bekam ich eine Spritze und wurde sehr, sehr müde. Dann muss etwas ganz Komisches passiert sein, denn als ich wieder wach geworden bin, fühlte sich mein Bauch hinten zwischen den Beinen ganz merkwürdig an und was noch viel schlimmer war – ich hatte einen ganz seltsamen Kragen um! Ich war noch zu schwach zum laufen, deshalb hat mich Uli ins Auto getragen. Zuhause hab ich als erstes versucht, diesen miesen Kragen loszuwerden… und was meint Ihr… nach ca. 5 Minuten hab ich es auch geschafft J! Ich war irre stolz auf mich! Leider war Uli aber anderer Meinung und hat mir den Kragen wieder umgemacht und zu allem Überfluss sogar noch mein Halsband durchgezogen, damit der Kragen besser sitzt. Diesmal brauchte ich dann auch fast 10 Minuten! Da hat Uli aber mit mir geschimpft. Aber versteht sie das denn wirklich nicht?! Der Bauch tut ein bisschen weh und vor allem juckt es so komisch – da muss ich doch mit meinen wunderschönen Zähnen Abhilfe schaffen!

Aber Uli zuliebe hab ich den Kragen ertragen (das reimt sich sogar; vielleicht werde ich ein großer Dichter?). Nachts war es mir dann wirklich zu bunt und ich hab mich des Kragens entledigt. Anschließend habe ich mir fein säuberlich den ganzen Bauch abgeschleckt (naja, nur soweit, wie ich rangekommen bin – es tat ganz schön weh). Dieses silberne Zeugs hat ein bisschen merkwürdig geschmeckt, aber ich hab fast alles ab bekommen. Morgens gabs dann leider wieder mächtig Ärger – ich glaube, Uli war richtig böse auf mich. Aber scheinbar war sie auch ziemlich besorgt, denn sie hat sich meinen Bauch ganz genau angeschaut. Sie sagte, dass die Fäden zum Glück noch drin waren – Fääääden??? In meinem Bauch??? Und ich wunderte mich schon…! Ja, spinnen die denn? Was haben die Zweibeiner mit mir gemacht? Kein Wunder, dass das so weh getan hat!

Aber einen großen Vorteil hatte das Ganze – überall, wo ich mit diesem blöden Kragen auftauchte, waren die Leute ganz unglaublich lieb zu mir. Und die Arbeitskollegen von Uli erst!!! Irgendwie hatte ich besonders die Sympathie der männlichen Belegschaft – sie verzogen ganz merkwürdig das Gesicht, wenn Uli sagte, dass ich gerade kastriert worden bin. Und dann tätschelten sie mir den Kopf und schauten mich ganz mitleidig an. Normalerweise schau ich sonst immer so, um ganz tolle Leckerchen zu bekommen. Wollen die Zweibeiner jetzt von mir Leckerchen? Mhm… ich hab aber gar keine… na gut, dann bekommen sie eben einen dicken, nassen Schmatzer von mir!

Nach einer Woche mit Kragen, viel Mitleid und besonderer Zuwendung von allen Seiten musste ich wieder zum Tierarzt. Ich wurde auf diesen ollen Metall-Tisch gesetzt und dann hob Uli meine Vorderbeine an und hielt mich ganz fest. Und dann… also ich werd heut noch ganz aufgeregt, wenn ich nur daran denke… dann hat mir doch diese Tierärztin zwischen die Hinterbeine fassen wollen – und auch noch mit ner Schere!!! Na, sooo leicht hab ich es ihnen nicht gemacht. Ich hab mich gewehrt, so gut es ging: hab gezappelt (trotz festhalten), geschrieen (wie nur wir Shibas schreien können), versucht, die Tierärztin zu beißen und schließlich – als gar nichts mehr half – hab ich sie einfach in hohem Bogen angepieselt!!! Na, die hat ein dummes Gesicht gemacht! Hinterher war sie aber wieder lieb, lachte und meinte, dass ihr so etwas noch nie passiert ist und hat mir sogar noch ein Leckerchen gegeben.  

Ein bisschen später haben meine beiden Zweibeiner eine große Feier veranstaltet – sie haben geheiratet!!! Was genau das heißt, weiß ich nicht, aber ich durfte eine ganze Nacht mit den Shiba-Hündinnen bei meiner ersten Menschen-Mama verbringen! Das war vielleicht toll!!! Nur so viel: geschlafen haben wir kaum J! Okay, Euch kann ich es ja verraten: wir haben getobt und sind wie verrückt durch den Garten gesprungen, haben Fangen und Verstecken gespielt – es war wieder einmal klasse! Am nächsten Tag hat mich Uli wieder abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Und dann hab ich erst mal einen riesen Schreck bekommen: da standen sooo viele Blumensträuße im Wohnzimmer – und lauter eingepackte Kartons… aber die waren alle nicht für mich. Schade eigentlich, ich hätt sie schon sehr gern ausgepackt. Ehrlich, das kann ich gut! Es bleibt fast kein Papier mehr übrig. Ein dicker Briefumschlag hat sehr interessant gerochen… nach anderen Shibas… der kam aus Österreich von Radjah und Sari und Ihren Zweibeinern. Uli hat mir das erzählt… ich würde die beiden sehr gern mal kennen lernen! Na, vielleicht besuchen wir uns ja mal.    

Seit einiger Zeit sind wir immer wieder an einem bestimmten Grundstück vorbei spaziert. Und dann haben wir uns dieses Grundstück genauer angeschaut. Mir hats super gefallen: viele Sträucher, ein paar Bäume, rumliegendes Holz zum Zerkauen… und dann kam auch noch eine Miezekatze angelaufen! Uli und Ulf haben sich alles ganz genau angeschaut und dann haben sie mir erzählt, dass wir hier bald wohnen werden! Ich hab mich erst ein bisschen gewundert – wo wollen die beiden denn schlafen? Unter freiem Himmel? Na, mir soll es recht sein! Aber dann hat Ulf mir gesagt, dass hier ein Haus gebaut werden soll. Und Uli hat hinzu gefügt, dass ich einen Spielgefährten bekommen soll, wenn das Haus fertig ist. Na, dann los – warum fangen die nicht endlich an zu bauen? Ich soll einen Akita bekommen – einen eigenen Akita ganz für mich allein! Ich kann mich noch gut an die Akitas auf der Internationalen Hundeausstellung erinnern – die waren alle sehr groß, sehr kuschelig und seeeehr nett! Das wird ein Spaß!!!  

Ansonsten verläuft mein Leben im Großen und Ganzen recht angenehm. So langsam habe ich meine Zweibeiner erzogen und es gibt kaum noch Missverständnisse zwischen uns. Nur ab und an bekommt Uli so komische Anwandlungen und will, dass ich irgendwelche Dinge tue, die sie mir sagt. So soll ich immer dann zu ihr gelaufen kommen, wenn ich gerade was suuuper Interessantes entdeckt habe – Wildschwein-… ähm …-hinterlassenschaften zum Beispiel, in denen man sich doch so herrlich wälzen kann. Aber ehrlich, da kann ich doch nicht sofort umdrehen und zu ihr flitzen… neee, das geht nun wirklich nicht! Überhaupt wehren sich die beiden immer noch recht standhaft, meine Alpha-Position anzuerkennen. Aber wir wollen doch mal sehen, wer hier dickköpfiger ist und die längere Ausdauer hat!!! Und glaubt mir, so ein Shiba wie ich kann schon unglaublich starrsinnig sein!!!

So, jetzt schau ich aber mal, ob ich die Uli nicht überzeugen kann, mir einen der leckeren Riesenknochen (mhmmmmm, die sind mit Pansen gefüllt!) aus dem Schrank zu holen. Das ist übrigens auch noch so ne Sache, die wir noch ein bisschen üben müssen!  

Bis zum nächsten Mal also.  

Euer Bayu  

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